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Die Baby Verschwörung

BABY•VERSCHWÖRUNG

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Lokal genießen – global versauen.

Von Mila Waters

Schon wieder: Ihr Baby hat einen weiteren unverwechselbaren Tomatensoßenfleck kreiert. Während Sie schockstarr auf die verschandelte Bluse starren, bewundert der junge Schöpfer die Perfektion seines Werkes. Sie mögen sich fragen: „Warum ich?“ Aber seien Sie beruhigt, es passiert nicht nur bei Ihnen – es geht weit über die Grenzen Ihrer Familie, Ihrer Nachbarschaft und gar Ihrer Nation hinaus. Sehen Sie sich jetzt ein paar internationale Beweise an.

Japan:
Nehmen wir nur Wasabi als Beispiel.
Seien wir ehrlich: Viel zu scharf und viel zu grün.
In Wirklichkeit eine Waffenentwicklung der Baby-Verschwörung. Selbst der Name kommt aus der amerikanischen Baby-Sprache:
Wa Sa Bi steht für „Warranted Savoury Biohazard“.

Mexico:
Gleiches Spiel wie in Japan. Hier die Guacamole. Abgeleitet aus der Babysprache:
Ua gaga molo – unschlagbare grüne Fleckenpaste.

China:
Baby Pangang. Geht es noch offensichtlicher? Das kleine, schweinische Gericht hat schon „Baby“ im Namen. Und die klebrige Soße am fettigen Fleisch macht dem Namen nun wirklich alle Ehre.

USA:
Der fettig frittierte kreisrunde Teig mit Schokoladen- oder Zuckerguss hieß ursprünglich „Donot“, weil Eltern schon im 18 Jahrhundert vergeblich „Do not“ riefen, wenn er in die Hände eines Kleinkindes fiel.

Italien:
Gleich vier Käsesorten auf nur einer Pizza? Die Italiener wissen also, was schmeckt? Nein, nach tiefgreifender Untersuchung fand ich heraus, dass in Wirklichkeit ein Mitglied der Verschwörung gezielt Käse herumwarf, der mehr oder minder zufällig auf der Pizza landete. Und natürlich hervorragende Flecken macht.

Oder erst Pasta: Wer hat Spaghetti erfunden? Eine Nudel, die niemand unfallfrei verzehren kann. Sie müssen zugeben: Wir hätte es kommen sehen können.

Karibik:
Die Papaya hat ihren Namen aus der Babysprache. Offensichtlich, denn „Papa“ ist eins der ersten Wörter, die Kinder lernen. „Ya“ steht für „Ja“, sodass zusammen daraus wird: „Papa, gib mir mehr von dieser herrlich saftigen Fleckenfrucht.“

Afrika:
Baba Ganoush ist eine klebrige, ölige Paste und die höchste Stufe des Fleckverursachens, den eine Avocado annehmen kann. Sie trägt also nicht ohne Grund den Namen des großen afrikanischen Verschwörungs-Gründers Baby “Baba” Ganoush.

Frankreich:
In Frankreich sind sie uns zugegebenermaßen einen gewaltigen Schritt voraus. Hier tobt bereits ein offener Schlagabtausch: Babys erfanden die Mousse au Chocolat, die Erwachsenen kontern mit Weißer Mousse, Babys ziehen mit Rotwein an die Front, die Erwachsenen keltern Weißwein. Babys: Beurre rouge – Eltern: Beurre blanc ... Blauschimmelkäse ... Frischkäse. Es hört nie auf ...

TIPP:

Wie Sie sehen, handelt es sich um ein globales Phänomen. Egal welche Esskultur, ganz gleich wo – es passiert überall. Aber keine Sorge: Weltweit finden Sie eine universelle Waffe, die mit jedem noch so speziellen Fleck fertig wird. Und niemals vergessen: Wenn Sie die Babys nicht unter Kontrolle haben, dann wenigstens die Flecken.